Die Anderen

X325 war glücklich. Laut surrend schwebte er durch die elektrisierenden Lichtlinien in sein Unterkunft. „Mutter“, sagte er, „ich bin aufgenommen worden.“ Das Verhalten seiner Vorfahrin war zurückhaltender. „X3“, sie nannte ihn bei seinem Kosenamen, „Ich bin nicht sicher, ob du das wirklich willst. Dein Vater…“ X325 schnaubte entrüstet „ist tot. Er hat sich für unsere Sache geopfert. Es ist meine Pflicht, dem Geschwader beizutreten. Wir brauchen die Freiheit im Raum und die neue Einheit hilft, dies zu tun.“ Mutter weinte leise. X325 schaltete den Schirm ab. Er verstand sie, aber sie sah nur das Negative. Ihr Glauben an das Nichts nach dem Tod war schuld. Er machte sich Vorwürfe. A252 sah es und schlug ihm auf die Schultern. „Meine Mutter war genau so.“

311X öffnete die Tür und sah amüsiert zu, wie X325 sich vorsichtig in ihren Raum tastete. Sie küssten sich prickelnd. „Ich bekomme ein Kind von dir.“ flüsterte sie. Seine Augen traten hervor, beschlugen den Zoom seiner elektronischen Brille. „Verdammt, ich meine wunderbar“ antwortete er. Sie wandte sich um. „Und du gehst fort. “

Er nickte. „Einheit L2 ist bereit, auszurücken.“ Sie schaute ihn an. „Ich vermute, es ist noch die alte Taktik.“ Er nickte. „Unsere Wissenschaftler haben die Taktik beibehalten. stoßweiser Angriff. Beschleunigungsstufe 2.“ Sie nickte. „Und sie haben nur einen Verteidiger?“

„Ein Verteidiger. Höhere Feuerrate. Aber er ist physikalisch ungeschützt. Die Spezies hat allerdings mehrere physikalische Schutzvorrichtungen vorgenommen. Wir werden nicht mehr als 4-5 Schüsse benötigen, diese zu vernichten.“

Sie umarmte ihn. Die Einheit hob ab. Es war ein Flug von 3 Zeiteinheiten, die er im Remote-Zustand verbrachte. Er träumte, von seinen Eltern, von seiner Liebsten, von ihrem Kind. Er hoffte, es würde ein Mädchen sein. Doch die Wahrscheinlichkeit war gering. Die Computer der „Großen Weisen“ berechneten die passende Populationsrate.

„In 5-4-3-2-1“ meldete der Schiffscomputer. Das Ziel war sichtbar. Ein furchtbarer Planet tauchte vor ihm auf. Er schien blau zu sein, mit Ebenen von grün und gelb. Weiße Flächen schwebten über der Oberfläche. Er zweifelte an seiner Mission, für einen Augenblick, als die Schiffe seiner Nachbarn in Flammen aufgingen, in Partikel zerfielen. Er hörte die Schreie seiner Kameraden, schaltete den Kommunikationskanal ab. Er feuerte, sah wie die Raketen ihr Ziel suchten. Der Aggressor feuerte Garbe um Garbe, versteckte sich vor Feigheit hinter den Schutzeinrichten. Bald war X325 allein im Raum. Doch es gab kein Entrinnen. Ruhm und Ehre würde es für ihn und seine Nachkommen geben. Und die Freiheit. Es gab kein Entkommen. „Für den Vaterplaneten. Wünscht mir Glück.“ Die Fliehkräfte raubten ihm den Atem. Der Aggressor traf. Der Blitz beleuchtete das Universum, der Raum saugte alles Leben aus dem metallenen kleinen Körper. Der letzte Blick auf sein Gegenüber ließ ihn in seinem letzten Augenblick wahnsinnig werden. Es war ein kleines Lebewesen aus Fleisch, das sich freudestrahlend nach hinten wandte und rief. „Schau mal, Vater, Ich habe Level 3 von Space Invaders gewonnen!“

(c) Emanuel Mayer 05.01.2011

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Über lykasscriptorium

getriebener Autor, der Rohtexte veröffentlicht, zumindest in diesem Blog. Bedenke dies, wenn du meine Sachen liest: Sie sind frisch aus dem Kopf auf virtuellem Papier gelandet, ohne großartige Nachbearbeitung. Achja, eine kleine Erweiterung an eben jenem Abend des 01.05.2011 This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ or send a letter to Creative Commons, 444 Castro Street, Suite 900, Mountain View, California, 94041, USA. und nun... weitertanzen

Veröffentlicht am 05/01/2011, in Frisches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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