Black Metal Cowboy – Tote spielen keinen Techno – Kapitel 2

´Kapitel 2 – Bob hat eine Lösung

Bob nickt und lässt seine Augen durch die Nacht kreisen. Die Nacht war hell erleuchtet: intelligente Menschen hätten am Himmel die Sternzeichen erkannt, doch Bob sah nur den Mond, so kalt und klar und groß wie seit Ewigkeiten nicht mehr – voller Unheil. Er zitterte jäh auf, dann fing er sich wieder. Ein Anführer muss wissen, was das Ziel ist. Er entschied sich.

 

Bob beugt sich zu Rick hinunter. Schaum steht auf den Lippen des jungen Mannes. Bob tippt ihm sachte an die Stirn. „Sorry, Kleiner, du warst einfach zu schwach für diese Welt.“

Er horcht in die Gruppe hinter sich, schließt die Augen und nickt. Er weiß, dass das Rudel gehorchen würde, mit einer Ausnahme. Er packt Peter bei den Haaren und zieht ihn nach oben. „Du Idiot, du hast ihn umgebracht. Kümmre dich. Bring ihn zur Jamed-Mine. Ich will dir nur helfen. Bring ihn dorthin. Wir werden dir vielleicht folgen.Vielleicht vergebe ich dir, aber wehe, du verarschst mich.“

Jane schluchzt und die Tiefe ihrer Qual, so dumm sie auch ist, wie Bob meint, ist allgegenwärtig. Sie weint sehr oft, fast immer und auf eine Art und Weise macht Bob das an. Er geht auf sie zu und legt seinen Arm um ihre Schulter. „Ein furchtbarer Unfall, meine Liebe. Peter wird sich um ihn kümmern und später werden wir alle gemeinsam nachschauen, ob man ihm geholfen hat.“

Peter lädt schwer atmend den zuckenden Leib des Omega auf seine breiten Schultern. In seinem Inneren toben Hass und Scham, doch er hat eine Aufgabe. Die Jamed-Mine ist 3 Meilen entfernt und durch die Nacht um in herum ist der Weg nicht wirklich einfacher.

Gerade, als sein wiedergefundener Beta in einer Senke verschwunden ist, beginnt die Nacht in stroboskopartig zu leuchten. Die Welt flackert zwischen bleichem Mond und dem Blaulicht eines ruhig heranfahrenden Wagens hin und her. Der Wagen hält und der Sheriff steigt aus, die Augen fest auf die Gruppe gerichtet. Der stahlblaue Blick mit der Energie eines Blitzschlags bricht aus dem ernsten und zerfurchten Gesicht des Gesetzeshüters hervor und inspiziert die Gruppe, scheinbar bis auf die Atome genau.

Seine Stimme ist ruhig, aber gespannt. „Soooo, Kinder. Was haben wir denn hier?“ fragt er mit strenger Heiterkeit; die Gruppe ist gebannt und abgestoßen. Der Sheriff weiß, wer hier der Anführer ist und wendet sich gleich Bob zu. „Robert…“ er schweigt kurz…“Dein Vater lässt dir ausrichten, dass du ihm nicht den Alkohol klauen sollst. Ist das hier eine… Party?“ Bob nickt heftig. Unter dem Einfluss der sozialen Komponente verwandelt sich der Alpha sehr schnell wieder in ein Schulkind, dass einen Verweis zu bekommen hat.

Schönes Auto, Robert und…“ er schaut sich um…“ Roberts Gang.“ Er lächelt düster. „Wisst ihr, ich wäre jetzt viel lieber daheim, bei einer guten Tasse Tee und einem Buch und stattdessen stehe ich hier in der Wüste, in einer Nacht, die heller als der Tag ist und…“ er sieht den Wagen. „Woher kommt Mortimers Auto?“ fragt er heiser. An einem normalen Tag würde man sehen, dass Bob gerade bleich wird, aber es ist Nacht und alles sieht entspannter aus. Er schluckt und dann hat er eine Idee. „Sheriff, vielen Dank. Wir machen uns Sorgen. Rick hat uns herausgefahren und dann… tsss… ein Nagel im Reifen. Leider hat er es nicht hinbekommen und hat sich bereiterklärt, nach Hause zu gehen, um seinem Vater zu bitten, das Auto… äh… abzuschleppen.“ Der Sheriff hebt eine Augenbraue, genauer gesagt die linke, da er es nie gelernt hat, die andere effektiv zu nutzen. „So so“, sagt er gespannt, „ein 16 jähriger, 10 Meilen außerhalb der Ortschaft, mitten in der Wüste und allein in der Nacht. Hör zu“, sagt er und tippt Bob an die Brust, „erzähl keinen Scheiß.“ Bob flucht innerlich und lächelt nach draußen. „Sie haben Recht, sorry…wissen Sie, uns ist Ihr Vater begegnet und er hat von der Jamed-Mine erzählt und … wissen Sie, Sheriff, Rick ist einfach ausgerastet und abgehauen, Pete, also Peter Jenkins ist hinter ihm her und Ihr Vater…“ er zuckt mit den Schultern. „Na super“, meint der Sheriff, „ ist der alte Herr wieder auf einem Trip.“ Er tippt Bob erneut auf die Brust. „Jetzt mal Butter bei die Fische..“

Das Funkgerät erwacht krächzend zum Leben. Der Sheriff dreht sich um geht mit schnellem Schritt zum Wagen. Er spricht einige undeutliche Sätze und hört sich an, was die andere Person am Ende zu sagen hat, dann flucht er laut, springt in den Wagen und rast in vollem Tempo auf den Highway und in Richtung Stadt.

Bob lächelt. „Vermutlich hat einer den Strip-Schuppen abgefackelt.“

Ganz so Unrecht hat er nicht…

 

 

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Über lykasscriptorium

getriebener Autor, der Rohtexte veröffentlicht, zumindest in diesem Blog. Bedenke dies, wenn du meine Sachen liest: Sie sind frisch aus dem Kopf auf virtuellem Papier gelandet, ohne großartige Nachbearbeitung. Achja, eine kleine Erweiterung an eben jenem Abend des 01.05.2011 This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ or send a letter to Creative Commons, 444 Castro Street, Suite 900, Mountain View, California, 94041, USA. und nun... weitertanzen

Veröffentlicht am 06/02/2011 in Black Metal Cowboy und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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