! und i aus dem Wunderwunderwunderspaßland (Fröhlichen Muttertag)

Das Besondere an diesem Abend war nicht, dass der blütenweiße Regen das Gold von den Füssen der promenierenden Hauptstadtbesucher gewaschen hatte, sondern dass die Sonne an diesem besonders schönen Sonntagabend sich einfach weigerte, unterzugehen.

Betroffene Zwerge suchten mit ihren getönten Sonnenbrillen nach Schatten, Elfen zwitscherten fröhlich in ihren Bäumen und Baumwesen, naja, die waren aufgeregter als ein Flusspferd bei Ebbe. Es war eine ausgelassene, pre-apokalyptische Szenerie, von der wir uns nun verabschieden werden, weil sie eigentlich nur dazu da ist, diesem Text, also diesem zu erwartenden Geschehen zum Ersten, eine Art Rahmen zu geben und zum Zweiten die Worte streckt, also mehr als 300 Worte in sich tragen lässt, denn der Autor mag es nicht, nur einige Sentenzen aufs digitale Papier zu prügeln.

Kehren wir also von dem ganzen Lari-Fari um und beschauen uns die beiden Strichfiguren, die munter kichernd einen Feldweg entlanglaufen, der sie genau in die falsche Richtung führt.

„Strichina“, sagt die etwas fülligere Ausrufezeichenform und beugt sich über ihre Tochter, die einem winzigen i zu folgen pflegt, Strichina genannt, warum auch nicht. Nicht überall heisst Rattengift Strychin und auch nicht überall isst man Marbellen mit Kokosnussraspeln. Zurück zu dem Gespräch, welches nicht mehr hörbar ist, weil die beiden Personen bereits weitergegangen sind. Der Autor folgt und hört nur noch das kleine i sprechen. Wir lassen den Begriff „Strichina“ einfach weg, nicht wahr?

„… und dann hat das Wesen aufgeschrien und ist aus dem Fenster gesprungen.“

! lächelt. „Du bist eine ziemliche Göre, schon immer gewesen, i. Ich finde es bemerkenswert, dass du so lange bei den…“ i antwortet sofort „Menschen heißen sie und sie sehen aus wie große Zwerge oder riesige Elfen oder winzige Riesen. Und sie mögen keine Überraschungen.“

! lächelt wieder. „Ich bin wirklich stolz auf dich. Nun, willkommen.. wie soll ich es sagen.“ i kichert. „Ich weiss, das Wunderwunderwunderspaßland hat mich wieder. Ich freue mich, das Praktikum der Bibliothek erfolgreich absolviert zu haben. Und ich freue mich, wieder in meine Wohnung ziehen zu können. 8. Stockwerk. Balkon, Ruhe, Frieden. Hoffentlich wohnt dieser Magiergeselle nicht mehr unter mir. Ey, der hat ja wohl ne Macke, Weisst du noch, auf einmal schwebte alles an der Decke, nur weil der Idiot einen Spruch falsch ausgesprochen hat. Eigentlich denke ich ja, der steht auf mich, aber nein, kein Magiergeselle. Ende… Ich hoffe…“ i erstarrt. Ihre Mutter weiss, was nun kommen wird.

„Aaaaaaaaaaah, Mutter, Mutter“

! nickt. Die leichte Panik hat nachgelassen. Sie konnte es nicht sagen.. sie wollte es, aber… Mütter sind halt… auch wenn sie ! heissen, Mütter.

„Ich weiss, i, es ist, ich wollte es dir nicht sagen.“

„Was ist…“ i zittert am ganzen Leib. Sie lässt den Koffer aus fussgenähtem Bisamzungensamt fallen. Auf dem goldenen Pflaster (wie Sie sehen, kommt der Autor auf diese Tatsache des Wunderwunderwunderspaßlands zurück…) beginnt der Koffer talwärts zu rutschen. i beachtet es nicht. Ihr dünner Punkt ist beleuchtet von einem erdbeerfarbenen Strahl, der sich in den Himmel bohrt, die Wolkendecke durchdringt und in ein oder zwei Jahrzehnten sicherlich den Welpenstern tangiert und dann sicherlich irgendeine Zivilisation Oktopoden auslöschen wird.

„Was zur…“

! fühlt sich schuldig, ihrer Tochter nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

i wirbelt herum. „Mutter“ ihr Gesicht zeigt Zeichen von Wut an, aber es lässt sich eh nichts daraus lesen, von daher bleiben wir dabei, dass wir Zähneknirschen hören können, wenn wir uns anstrengen. Danke für den Aufwand.

„Der Magiergeselle… er ist… er hat die Prüfung bestanden… und“ ! räupert sich, „Dann hat er leider bei einem Partyzauber danebengegriffen. Du kennst doch diese Mana-Cocktails aus Spiritus und Salmiak-Geist, er hatte halt sehr viel und dann…“

! legt ihre Arme um i und drückt sie fest an sich. i fühlt eine tiefe Geborgenheit in ihren Adern fließen und dreht sich noch einmal um. „Kann ich bei euch schlafen?“ ! nickt. „Dein altes Zimmer ist doch noch immer frei. Wir hatten mal einen Untermieter, einen Bleistift, aber der war frisch gespitzt und hinterher haben wir auch alles wieder so eingerichtet, wie du es mochtest. L wird sich freuen.“

„L?“ i zuckt. ! nickt „Ja, dein Vater hat endlich die Beförderung erhalten.“

„Cool.“ Beide verlassen, von dem erdbeerfarbenen Strahl beschienen, den tragischen Ort.

Nur im Hintergrund hört der Autor noch kurze Fetzen eines smalltalkhaften Gesprächs…

„Ich glaube, deine Wohnung ist im Himbeer-Ozean gelandet. Es gibt dort Schuhabtretersichtungen, also komm ja nicht auf die Idee, einen Papierdrachen zu basteln…“

„Weisst du, Mutter… bei den Menschen gibt es so eine Erfindung: Haftpflichtversicherung. Glaubst du, dass die Zauberer-Gewerkschaft…“

„Nein, meine kleine i ich glaube nicht, dass die hier sowas haben.“

„Schade.“

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Über lykasscriptorium

getriebener Autor, der Rohtexte veröffentlicht, zumindest in diesem Blog. Bedenke dies, wenn du meine Sachen liest: Sie sind frisch aus dem Kopf auf virtuellem Papier gelandet, ohne großartige Nachbearbeitung. Achja, eine kleine Erweiterung an eben jenem Abend des 01.05.2011 This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ or send a letter to Creative Commons, 444 Castro Street, Suite 900, Mountain View, California, 94041, USA. und nun... weitertanzen

Veröffentlicht am 08/05/2011, in Uncategorized. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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