Fingerübung – Vorwort zu einer kurzen Spezifikation der Spezies Krümel

Der Krümel, mit Namen Kuchensis Krümelensis, wurde nach seinem Entdecker, Klaus Moritz Krümel im Jahre 1322 benannt. Sein Versuch, eine Scheibe Brot von einem sogenannten “Laib Brot” zu extrahieren, schlug durch die fehlerhafte Wahl seines Schneidewerkzeugs fehl und er erzeugte/entdeckte, aus dem glücklichen Zufall eines vorbereiteten Mannes die faszinierende Spezies der Krümel.

Nach langwieriger Kleinstarbeit, unterstützt von seiner lieben Frau und seinen Kindern, konnte er mit Hilfe von Tabellensystemen die Krümel nach Gewicht und Alter spezifizieren und eine allgemeine Beschreibung dieser  – bisher der Wissenschaft nicht aufgefallenen –  Lebewesen schreiben. Der Krümel (Geschlechtsbezeichnungen existieren nicht, dafür war die Lupe von Herrn Krümel zu klein) ist eine Mischung aus Pflanze und Tier. Er ist eine neue Spezies, eine neue Klassifikation, da sich nur mit viel Geduld ein Unterschied dieser Objekte zwischen Lebewesen und Nichtlebewesen herstellen lässt. Ein philosophischer Diskurs wäre zweckmäßig gewesen, wurde aber aufgrund gewisser Scharmützel im Römischen Reich Deutscher Nation dieses Jahres 1322 hinterlassen.

Das Leben der Spezies beginnt im sogenannte “Teig”, der in der Grundstruktur aus verschiedenen Pulverformen (unter dem Namen “Mehl”, “Salz” und “Zucker”) zusammengesetzt und mittels klebriger Sekundärsubstanzen (bekannt als “Ei”,”Quark”, “Schokoladenstückchen”) und Flüssigkeiten (“Milch” bzw. “Wasser”) mittels gravitätischer Kräfte in eine Form gepresst, verschmolzen, gemischt  (das sogenannte “Knäten” oder “Knötn”, wie es z.B. die Schweden beschrieben wird) wird.

Durch bestimmte extreme Kräfte wird diese Substanz danach gehärtet. Aus dieser langsamen Härtung wird die Spezies der Krümel erzeugt. Der Druck und die Temperatur ihrer Entstehung setzt sich auch nachträglich in ihrem Lebenswandel herum: sie sitzen zusammengepresst wie eine Ameisenkolonie unter einem Steinblock herum, können sich jedoch nicht bewegen. Diese trostlose Immobilität ist das, wieso diese armen Wesen in tiefster Agonie leben und nur den kurzen Augenblick, den sie im Angesicht ihrer Fressfeinde erleben, eine wahrliche Erleuchtung erleben.

Weitere Informationen wären hier hilfreich, jedoch ist mein Stück Nahrungsmittel aufgegessen und die Krümel sind mit ihrem verzehrten Reservat (ein sogenanntes “Stück Brot”) erneut, wie so oft, temporär ausgestorben.

 

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Über lykasscriptorium

getriebener Autor, der Rohtexte veröffentlicht, zumindest in diesem Blog. Bedenke dies, wenn du meine Sachen liest: Sie sind frisch aus dem Kopf auf virtuellem Papier gelandet, ohne großartige Nachbearbeitung. Achja, eine kleine Erweiterung an eben jenem Abend des 01.05.2011 This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ or send a letter to Creative Commons, 444 Castro Street, Suite 900, Mountain View, California, 94041, USA. und nun... weitertanzen

Veröffentlicht am 29/06/2011 in Fingerübung und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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